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Fußballrasen wie die Profis

Das die Fußballmannschaft fit sein muss fürs nächste Spiel: logisch. Das der Fußballplatz fit sein muss fürs nächste Spiel: logisch. Das beide, Fußballmannschaft und Fußballplatz, darauf vorbereitet werden müssen: logisch.

Was so logisch klingt, ist im Fußball natürlich das Werk von Profis: Denn wie die Mannschaft muss auch das Spielfeld punktgenau auf Höchstleistung getrimmt werden.

Sattes Grün auf dem Fußballfeld
Sattes Grün auf dem Fußballfeld

Dabei kann sich der Gartenliebhaber eine ganze Reihe von Tricks bei den Profis vom Stadionrasen, den so genannten Greenkeepern, abgucken. Das sind Menschen, die ihre Passion zum Beruf gemacht haben und professionell die Pflege von Fußballfeldern (oder Golfplätzen oder Rennbahnen) übernehmen. Stellt sich die Frage: Was genau ist denn das Geheimnis ihres Erfolges für samtweichen, sattgrünen und superdichten Rasen?

Greenkeeper kennen vor allem die richtige Mischung an Rasensamen für den konkret zu pflegenden Platz. Eine gute Stadionmischung besteht nach ihren Angaben vor allem aus Wiesen-Rispengras (Poa pratensis) und deutschem Weidelgras (Lolium perenne). Die breiten Ausläufer der Wiesenrispe ermöglichen eine stabile Grasnarbe, der auch die starke Beanspruchung durch Fußballstollen, Hechtsprünge mit harter Landung und Zusammenstöße mit folgendem Fall nichts ausmacht. Das Weidelgras lässt Lücken wegen seiner Wuchsfreudigkeit schnell wieder zuwachsen und ist zudem sehr regenerationsfähig.

Richtige Rasensamen finden

Zusammen sind beide Gräser sicher eine solide Basis. Der Trick liegt aber in der Auswahl der richtigen Sorte der jeweiligen Grasart. Und die sind zahlreich und wurden ganz auf die Anforderungen von Sportrasen gezüchtet. Sie wachsen nicht so schnell und so hoch wie die spezialisierten Futtersorten, die auf hohen Ertrag von Biomasse (Fütterung) gezüchtet wurden. Stattdessen verzweigen sie sich besser und sind viel dichter.

Greenkeeper sät Rasensamen aus
Greenkeeper sät Rasensamen aus

Natürlich muss ein Hausrasen nicht so hohe Belastungen aushalten wie ein Sportrasen – gerade bei der Qualität des Saatgutes sollte aber nicht gespart werden. Ein dichter Grasteppich trägt nämlich nicht nur ein Fußballspiel, sondern ist auch unempfindlich gegen Moos und Unkraut.

Neben der Verwendung von speziellem Saatgut verlangt professionelle Rasenpflege wie beim Greenkeeper regelmäßiges Mähen mit einem Spindelrasenmäher, eine ausgewogene und regelmäßige Düngung sowie eine regelmäßige Bewässerung samt guter Drainage. Natürlich hat der Hausrasen keine so hohe Belastung wie ein Fußplatzrasen , doch die Grundsätze der Greenkeeper-Pflege nutzen jeder Rasenfläche.

Tiefer Rasenschnitt: nur bei guter Pflege

Je nach Wetter und Wuchs der Gräser mäht ein Greenkeeper den Sportrasen zwei bis dreimal pro Woche – im Sommerhalbjahr auf 2,5 bis 3,5 Zentimeter, im Winterhalbjahr auf rund 3,5 Zentimeter Höhe. Für einen solch tiefen Schnitt braucht es einen Spindelrasenmäher, der die Gräser mit einer rotierenden Messerspindel gleich einer Schere sauber abschneidet. Sichelmäher fransen die Schnittflächen zu stark aus, was die Erholung der Gräser behindert.

Greenkeeper mäht den Fußballplatz
Greenkeeper mäht den Fußballplatz

Durch die kurzen Mähintervalle verzweigen sich die Gräser besser, was für eine belastbare und einheitliche Grasnarbe sorgt. Sind die Wachstumsbedingungen nicht optimal (Trockenheit, Dauerregen), dann sollten 3,5 bis 4 Zentimeter Schnitthöhe nicht unterschritten werden. Denn je tiefer man schneidet, umso eher gelangt Licht an Moose und Unkräuter, die wieder stärker wachsen. Auch im Hausgarten für einen Fußballrasen bitte einen Spindelmäher nutzen.

Exkurs: Wie kommen die Streifen in den Rasen auf dem Spielfeld?

Streifen auf dem Fußballfeld sind nicht nur ein optischer Hingucker. Sie haben tatsächlich einen praktischen Nutzen: Sie helfen Schiedsrichtern und Schiedsrichterassistenten Abseitspositionen besser zu erkennen. Seit einigen Jahren gibt es in der FIFA sogar verbindliche Vorschriften für das Rasenmuster (zuvor durfte der Fantasie in Sachen Gestaltung freien Lauf gelassen werden). Um die gleichmäßigen Muster zu erzeugen, nutzt der Platzwart einen speziellen Walzenmäher. Die Walze biegt die Grashalme je nach Fahrtrichtung des Mähers in entgegengesetzte Richtungen um. Dadurch entstehen unterschiedliche Grüntöne. Das Trimmen entfernt immer auch die Markierungen, die nach dem Rasenmähen neu aufgetragen werden müssen.

Streifen auf dem Fußballfeld
Streifen auf dem Fußballfeld

Wer das Streifenmuster auch im eigenen Garten verwirklichen will, kann das mit einem Spindelmäher mit nachlaufender Walze tun. Produktempfehlungen finden sich Internet mit den entsprechenden Stichworten.

Besondere Tipps aus der Praxis zum Düngen

Ähnlich wie auf dem Sportplatz ist auch beim Hausrasen zumindest eine Start- und eine Herbstdüngung empfehlenswert. Vier Nährstoffgaben pro Saison reichen für zu Hause aus, da der Rasen in der Winterzeit ja wenig Belastungen ausgesetzt ist.

Greenkeeper düngt das Fußballfeld
Greenkeeper düngt das Fußballfeld

Wie gehen Greenkeeper mit Bewässerung der Flächen um?

Rasen, der regelmäßig mit Stollenschuhen traktiert wird, ist stark beansprucht. Um sich zu erholen, ist eine optimale Wasserversorgung essentiell. Sportflächen werden daher regelmäßig bewässert, in durchschnittlich warmen Sommern zweimal pro Woche gründlich, in heißen Sommern natürlich häufiger. Die Beregnungsanlagen laufen meist mehrere Stunden, häufig nachts oder vor Sonnenaufgang, und werden erst abgestellt, wenn der Boden tiefgründig bewässert ist. Stadien verfügen dabei meist über geschlossene Wasserkreisläufe, so dass ihre Wasserrechnung nicht explodiert. Ein großer Teil des versickerten Wassers fließt über Drainageleitungen in Sammelbehälter zurück und kann anschließend erneut die Fläche bewässern.

Greenkeeper wässern Fußballfelder regelmä
Greenkeeper wässern Fußballfelder regelmä
Das ist ein Luxus, den Hausbesitzer selten haben. Dennoch gilt auch hier: lieber seltener wässern, dafür viel, so dass das Wasser tief in den Boden eindringt. Das stabilisiert die Grasnarbe und schafft Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit.

Gräser brauchen viel Licht

Konstruktionsbedingt fällt heute oft nur wenig Sonnenlicht direkt auf die Rasenfläche des Fußballfeldes. Flutlicht kann die Sonne nicht ersetzen. Daher muss der Stadionrasen oft mit wenig Licht auskommen. Das ist ein Problem, das auch Hausbesitzer kennen. In schmalen Reihenhausgärten mit hohem Baumbestand sind die Probleme oft ähnlich. Wenn das Auslichten der Baumkronen nicht genügend Licht durchlässt, sind beispielsweise auch schattenverträgliche Bodendecker eine gute Alternative.