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Rasenkrankheiten erkennen - im Vorfeld eindämmen - erfolgreich bekämpfen

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Auch der Rasen kann krank werden

Treten Löcher in der Rasenfläche auf, wächst die Grasnarbe nur noch mickrig oder zeigt sich das satte Grün nur noch in einem blassen Gelb, ¬ dann könnte daran eine der zahlreichen Rasenkrankheiten schuld sein. Und damit häufig ein Befall mit Pilzen. Die nachfolgenden Informationen können helfen, die häufigsten Rasenkrankheiten zu erkennen und entweder bereits im Vorfeld einzudämmen oder erfolgreich zu bekämpfen.

1. Rotspizigkeit

Ob Zierrasen, Golfrasen oder Fußballfelder: Die Rotspitzigkeit kann alle Rasenflächen befallen. Es handelt sich um eine Pilzerkrankung, die während des gesamten Jahres bei Temperaturen über von 5 Grad Celsius auftreten kann. Bevorzugt tritt sich allerdings im späten Frühjahr und im Herbst auf bei feuchtem Wetter und Temperaturen von 15 bis 20 Grad.

Aussehen: Rotspitzigkeit zeichnet sich durch unregelmäßige Flecken im Rasen aus, die durch eine rosa bis rötliche Färbung der Blattspitzen des Grashalms gekennzeichnet sind. Leider befällt die Rotspitzigkeit besonders Gräser wie Lolium perenne (Deutsches Weidelgras), Festuca rubra (Rotschwingel) und die Poa-Arten (unter anderem Wiesenrispe), also genau die Grassorten, die besonders gut für Rasenflächen geeignet sind und in jeder Standardmischung vertreten sind.
Bei wüchsigen Rasenflächen können diese Flecken auch wieder verschwinden, ist die Fläche aber durch vorangegangene Hitzeperioden geschwächt, werden die Flächen immer größer und laufen ineinander über. Allerdings sind die einzelnen Halme nicht einheitlich verfärbt, es gibt immer auch grüne Halme, was die Flecken so unregelmäßig macht.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung bildet sich ein rosafarbenes Pilzgewebe mit rotbraunen Fäden, die häufig wie Geweihe aussehen (daher der Name).

Rotspitzigkeit - Laetisaria fuciformis

Ursache: Ursache für die Rotspitzigkeit ist ein Pilz, der sich vor allem in feuchtwarmen Wetterperioden sehr schnell ausbreitet. Stickstoffmangel im Boden fördert sein Wachstum, ebenso eine allgemeine Schwäche des Rasens durch Verfilzung oder Moosbefall.

Vorbeugung/Bekämpfung: Direkt bekämpfen lassen sich Pilzerkrankungen wie die Rotspitzigkeit nicht. Allerdings lässt sich dem Befall gut vorbeugen. Bei der Aussaat grundsätzlich auf gute Regel-Saatgutmischungen achten und den Rasen nicht zu tief mähen. Beim Rasenmäher auf scharfe Messer achten. Und ganz wichtig: den Rasen auch während der Sommermonate ausreichend mit Stickstoff und anderen wichtigen Nährstoffen wie Kalium und Phosphor versorgen.

Grundsätzlich sollte vorbeugend alles vermieden werden, was Rotspitzigkeit fördern kann. Dazu gehören verfilzte Grasnarben bei andauernd hoher Belastung der Fläche, zu viel Feuchtigkeit durch zu langes Wässern am Abend und zu tiefer Rasenschnitt. Denn verdichteter und feuchter Boden ist der ideale Nährboden für den Pilz. Auflockern des Bodens durch eine Nadelwalze oder Grabegabel hilft ebenfall.

Da es wie gesagt keine direkten Spritzmittel gibt, werden bei Befall die betroffenen Stellen ausgeharkt und vorhandener Rasenfilz mit dem Vertikutierer entfernt. Zur Unterstützung der Graspflanzen einen mineralischen Rasendünger ausbringen und gegebenenfalls die jetzt kahlen Stellen einsäen. Zusätzlich mit etwas Kompostgabe unterstützen

2. Schneeschimmel

Ebenfalls eine Pilzerkrankung des Rasens, die bei kühleren Temperaturen von 0 bis 9 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit auftritt. Bei Temperaturen um 3 Grad Celsius ist Schnellschimmel eine der häufigsten Erkrankungen von Rasenflächen.

Aussehen: Zu Beginn des Befalls, der meist im Frühjahr auftritt, zeigen sich kleine, wässrig-graue Flecken von 5 bis 6 Zentimeter Durchmesser. Im weiteren Verlauf der Krankheit wachsen diese Flecken an auf bis zu 50 Zentimeter, an ihren Rädern zeigen diese Flecken häufig einen roten bis dunkelbraunen Rand. Bei einer schweren Infektion der Fläche zeigen sich watteartige, rosa- bis weiße gefärbte Pilzgeflechte.

Schneeschimmel - Microdochium nivale

Ursache: Schneeschimmel ist eine Pilzerkrankung, die in der Regel die Folge einer allgemeinen Schwäche der Rasenfläche ist. Das können beispielsweise eine Überdüngung mit Stickstoff im Herbst, Staunässe auf verdichteten Böden, Anhäufung von Schnittgut und Laub auf der Fläche oder eine zu starke Verfilzung der Fläche sein. Auch eine hoher alkalischer pH-Wert des Bodens nützt dem Schneeschimmel.

Vorbeugung/Bekämpfung: Wie gegen Rotspitzigkeit gibt es auch gegen Schneeschimmel keine direkten Bekämpfungsmittel. Das ist aber auch bei Schneeschimmel gar nicht nötig, eine ausgewogene Versorgung mit viel Kalium und niedrigem Stickstoff im Herbst wirkt bereits Wunder. Regelmäßiges Vertikutieren und das Entfernen von Rasenschnitt und Laub hilft ebenfalls. Außerdem auf widerstandsfähige Samenmischungen achten.

3. Dollarfleckenkrankheit

Ebenfalls eine Pilzerkrankung des Rasens. Sie bleicht die Blätter der Gräser aus, befällt aber nicht die Wurzeln der Pflanze. Die Dollarfleckenkrankheit, die auch Dollarspot genannt wird, befällt vor allem intensiv gepflegte Rasenflächen, da er sich sehr schnell über Schuhsohlen oder Schneidblätter des Rasenmähers verbreitet.

Aussehen: Im Rasen treten anfangs bräunlich-gelbe Flecken mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zentimeter auf, die deutlich von der gesunden Fläche abgegrenzt sind. Im weiteren Verlauf weiten sich die Flecken, die durch eine hellgelbe, strohige Farbe auffallen, deutlich aus und können sich zu größeren Flächen verbinden. Der Befall häuft sich bei hohen Temperaturen am Tag von 25 bis 30 Grad mit kühlen und taunassen Nächten.

Ursache: Wie die vorangegangenen Erkrankungen ist auch die Dollarfleckenkrankheit eine Pilzerkrankung der Gräser. Die Infektion erfolgt bei Temperaturen über 20 Grad in Verbindung mit hoher Luftfeuchte am Morgen.

Vorbeugung/Bekämpfung: Ausreichende Versorgung mit Stickstoff im Frühjahr sowie eine Extra-Kalium-Gabe ebenfalls im Frühjahr machen den Rasen widerstandsfähig gegen einen möglichen Pilzbefall mit Sclerotinia homoeocarpa, der Ursache der Dollarfleckenkrankheit. Zudem schützt wie bei fast allen Pilzerregern eine gute Rasenpflege mit regelmäßigem Rasenmähen und Vertikutieren. Zudem sollte bei Befall darauf geachtet werden, dass Schuhe und Gartengeräte gründlich gereinigt werden.

Hexenring - Marasmius oreades

4. Hexenring

Eine Rasenkrankheit, die durch verschiedene Pilzarten verursacht werden kann. Allen gemeinsam ist, dass die Pilze sich kreisförmig ausbreiten und die charakteristischen Ringen hinterlassen, die im Randbereich durch verstärktes Rasenwachstum zeigen. Diese so genannten Hexenringe können Durchmesser von mehreren Metern erreichen.

Aussehen: Hexenringe zeichnen sich, wie der Name schon sagt, durch eine ringförmige Struktur aus. Innerhalb der Ringe findet sich häufig verfärbtes oder abgestorbenes Gras. Darum herum zeigt sich in Kreisform häufig verstärkter Rasenwuchs in deutlich dunklerem Grün.

Ursache: Unterschiedliche Pilzarten und ihre Sporen, die sich ringförmig im Boden ausbreiten. Besonders befallen werden ältere und verfilzte Rasenflächen. Pilze, die Hexenringe verursachen, sind in vielen Böden vorhanden. Zu einem sichtbaren Befall mit den Pilzen kommt es dann, wenn der Rasen zu stark verdichtet ist oder/und durch Nährstoffmangel zusätzlich geschwächt ist.

Vorbeugung/Bekämpfung: Wenn sich innerhalb von Hexenringe überirdische Fruchtkörper der Pilze zeigen, sollten diese unbedingt entfernt werden, damit sich die Sporen nicht weiter verbreiten. Die Fruchtkörper am besten über eine Tüte im Hausmüll entsorgen, damit sie sich nicht im Kompost oder über die braune Tonne vermehren.
Wie bei fast allen Pilzerkrankungen des Rasens: einen Schutz gibt es nicht. Durch entsprechende Rasenpflege lässt sich die Entstehung/Ausbreitung der Pilzarten aber gut regulieren. Verfilzter Rasen sollte vorbeugend vertikutiert werden, da Filz der ideale Nährboden für Hexenringe ist. Um die Wasseraufnahme zu verbessern, sind Nagelwalze und Grabegabel zum Löchern eine große Hilfe. Nicht vergessen, die Löchern anschließend auch zu befeuchten. Eine ausreichende Düngung ist zur Vorbeugung von Hexenringen ebenfalls wichtig.

5. Rostpilz/Rostkrankheit

Die gleichnamigen Rostpilze, eine sehr artenreiche Ordnung innerhalb der Ständerpilze, verursachen die Rostkrankheit. Der Pilz befällt nicht nur Rasenflächen, sondern viele andere Gartenpflanzen wie Rosen, Stockrosen und selbst Kiefern.

Aussehen: Rostpilze sind zum größten Teil auf den Blättern befallener Pflanzen zu finden, zeigen sich zum Teil aber auch auf Trieben. Im Rasen zeigen sie ein ganz spezifisches Bild, das unter allen Rasenkrankheiten an den Halmen recht einfach zu erkennen ist. Bei Rasen treten brauner und orangefarbener Rostpilz sowie Kronenrost auf.

Brauner Rostpilz bildet sich vor allem auf Wiesenrispengras und bildet braune und pelzige Flecken auf den Grashalben. Orangenfarbener Rostpilz zeigt sich durch orangefarbene Flecken auf den Halmen. Kronenrost kennzeichnet sich durch braune-orangene Flecken auf den Halmen aus, die sich entgegen anderer Rostpilze aber nicht auf Rasenblüten oder –stängeln ausbreiten.

Hier hat nicht nur der Rasen Rost

Ursache: Feuchtwarmes Wetter fördert die Verbreitung von Rostkrankheiten. Wird der Rasen zu lang, trocknet er schlecht ab und kann die Verbreitung der Pilzsporen ebenfalls fördern.

Vorbeugung/Bekämpfung: Mit chemischen Mitteln kann dem Rostpilz nicht begegnet werden. Wichtig ist es daher, optimale Wachstumsbedingungen für die Rasenfläche zu schaffen. Nährstoffe wie Stickstoff und insbesondere Kalium machen die Grassorten widerstandsfähig. Betroffene Stellen sollten mäßig gewässert werden, am besten in den frühen Morgenstunden, so dass der Rasen während des Tages gut abtrocknen kann. Ein optimaler pH-Wert sollte entsprechend den örtlichen Bodenwerten angestrebt werden.

6. Blattfleckenkrankheit

Und noch ein Reihe von Pilzarten, die Rasengräser – und auch viele andere Gartenpflanzen – befallen kann. Sie gehört zu den häufigsten Rasenkrankheiten, die zu allen Jahreszeiten auftreten kann. Ein Pluspunkt dieser Pilze: Im Rasen richten sie verhältnismäßig wenig Schaden an.

Aussehen: Die Blattfleckenkrankheit erkennt man wie der Name schon sagt an Flecken auf den Grashalmen. Das Schadbild ist relativ undifferenziert, Farbe und Größe der Flecken können zum Teil stark variieren: von Schwarz über Braun bis zu Grün und Lilatönen ist alles dabei.

Ursache: Verschiedene Pilzarten, die feuchtwarmes Wetter bevorzugen, lösen die Blattfleckenkrankheit aus. Vor allem altes und abgestorbenes Gewebe wird.

Vorbeugung/Bekämpfung: Wie bei den meisten Pilzerkrankungen des Rasens hilft regelmäßiges Mähen auf circa vier Zentimeter Rasenlänge. Zur Vermeidung von Rasenfilz den Rasenschnitt und abgefallenes Laub zügig entfernen und auf eine gute Wasserdurchlässigkeit im Boden achten – also gegebenenfalls auch vertikutieren oder belüften. Auf angemessene Wässerung der Fläche achten.

7. Wurzelfäule / Wurzelhalsfäule

Zu den Rasenkrankheiten, die durch ein auffälliges Erscheinungsbild auf sich aufmerksam machen, gehört sicherlich die Wurzelfäule: auch sie übrigens durch Pilze hervorgerufen. Sie befällt alle gängigen Grassorten im Rasen.

Aussehen: In der Rasenfläche finden sich überwiegend dunkel-braune unregelmäßige Flecken in einer Größe zwischen 30 und 50 Zentimeter, die sich zu einem späteren Zeitpunkt weitflächig ausbreiten. Die Grashalme fühlen sich meist schleimig an (faul eben), zudem bilden sich Pilzfäden zwischen den einzelnen Gräsern. Der Wurzelhals des Grashalms ist dunkel verfärbt, daher der Name.

Ursache: Eine Pilzerkrankung, die häufig bei neu angelegten Flächen auftritt. Die jungen Pflanzen wind häufig durch zu hohe Düngergaben, verdichteten Boden und Staunässe in ihrer Widerstandsfähigkeit geschwächt und können leicht von den Pilzen besiedelt werden.

Vorbeugung/Bekämpfung: Ein sehr niedriger pH-Wert im Boden erleichtert den Pilzen den Befall der Gräser, er sollte bereits im Vorfeld auf 5.0 angehoben werden. Das kann beispielsweise durch eine Kalium-Düngung erfolgen. Auch ein nährstoffreicher Langzeitdünger kann den Mangel ausgleichen. Damit der Dünger seine Wirkung vollentfalten kann, sollte die Fläche aufgelockert werden. Ist der Befall zu stark, hilft meist nur die vollständige Abtragung der befallenen Fläche und eine neue Einsaat.

So sollte kein Rasen aussehen