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Golfrasen

Golfrasen

Golfplätze: die Sinnbilder für den gepflegten Rasen schlechthin. Gleichmäßig, kurz geschnitten und dicht wie ein Perserteppich.

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Gepflegtes Green

Golfplätze: die Sinnbilder für den gepflegten Rasen schlechthin. Gleichmäßig, kurz geschnitten und dicht wie ein Perserteppich. Die Pflege der einzelnen Bereiche der durchschnittlich 60 bis 80 Hektar großen Areale ist die Aufgabe hoch spezialisierter Rasenkenner, der so genannten Greenkeeper. Und die überlassen an Abschlag, Greens und Fairways nichts dem Zufall.

Wer sich so wie die Autorin dieses Blog-Beitrages zum ersten Mal im Leben mit Golfen und den zugehörigen Grünflächen beschäftigt, der muss erst mal Vokabeln lernen. Was bedeutet jetzt genau Tee oder Tee-Box (Abschlagfläche und ggfs. Abschlagpunkt) und verflixt nochmal, was war jetzt ein Fairway (kurz gemähte Bereich zwischen Abschlag und Green)? Und Green, jeder Nicht-Golfer ahnt es schon, ist nicht einfach nur Grün, sondern der Zielbereich, den der Golfball nach dem Abschlag treffen sollte.

Golfplatz
Mit Golf bleibt man fit

Und was hat diese Flächenkunde jetzt mit dem Golfrasen zu tun? Nun, für jede der einzelnen Flächen auf einem Golfplatz gibt es genau abgestimmte Rasenmischungen. Die sind sogar als Rasenflächen auf Golfanlagen in Anlehnung an die Regel-Saatgut-Mischungen RSM folgendermaßen zugeordnet: Grüns, Vorgrüns, Abschläge, Fairways, Semi-Roughs (englisch für das Halb-Raue, den Übergangsbereich zwischen Fairway und Roughs) sowie Hard-Roughs (im Englischen das Raue, also der Teil eines Golfplatzes, der häufig der Natur überlassen wird und wo oft nur zweimal pro Jahr gemäht wird und gerne auch Bäume und hohes Gebüsch beheimatet sind).

Geschichte des Golfens – und damit des Golfrasens

Golf fördert die Konzentration

Ursprünglich wurde Golf auf natürlich gewachsenem Gelände in den Dünen der Küsten gespielt (bis heute streiten sich Flamen, Holländer und Schotten darum, wer zuerst Kugeln mit Stöcken in die Erde gelocht hat – auch die unterschiedlichen Seiten diverser Golfexperten sind sich nicht einig). Der standortübliche Pflanzenbestand in Dünen: diverse Grasarten.

In seinen Anfängen wurde Golf nicht nur in der Natur, sondern auch ohne professionelle Ausrüstung gespielt. Als Schläger dienten schlicht und ergreifend Stöcke, als Bälle Kieselsteine. Mit der fortwährenden Entwicklung des Spiels und seiner Regeln wurden auch die Standortansprüche immer größer und die Grünflächen weiter verfeinert. Das führte zu den aktuellen Mischungstypen von Grassaaten, die heute auf Golfplätzen zum Einsatz kommen.

Golfrasen anlegen

Die größte Herausforderung bei der Schaffung einer Golfanlage ist die natürliche Umgebung und der Boden, auf dem das Gras wachsen soll. Standen sich lange Zeit Golfer und Naturschützer beinahe unerbittlich gegenüber – die Ersteren sahen in ihren Plätze naturnahe Sportgebiete, die Letzteren eine öde Rasen-Monokultur – so hat sich in den vergangenen Jahren immer häufiger ein enges und vertrauensvolles Miteinander entwickelt, dass gerade in der Nähe zu Ballungsgebieten die Roughs und Semi-Roughs zu Refugien für seltene Wild- und Pflanzenarten werden lässt. Nicht immer ist das Miteinander komplett harmonisch, aber Golfplatzbetreiber und Naturschutzorganisationen wie BUND und NABU gehen aufeinander zu, so dass Sportler und Natur in Einklang miteinander leben können.

Stimmen nun die natürlichen Voraussetzungen für die Anlage der Fläche, so kommt die sehr intensive Pflege hinzu. Wässern, Vertikutieren, Düngen, Mähen und Entlauben sind nur einige der Pflichten, mit denen sich Gatekeeper, das sind die professionellen Pfleger des Greens mit eigenem Berufsverband, beschäftigen. Bei der Aussaat gilt es auf die genaue Nutzung der Fläche zu achten und die entsprechenden professionellen Samenmischungen zu nutzen.

Golf in der freien Natur

Pflegeintensives Grün

Was fällt beim Blick auf einen Golfrasen auch dem ungeübtesten Sportler sofort ins Auge: die Kürze der Grashalme. Und die macht sofort deutlich: mit dem mehr oder weniger regelmäßigen Mähen von üblichen Gebrauchsflächen hat so ein Profirasen wenig gemein. Auf den Gebrauchshinweisen zur Rasensaat sind je nach Hersteller und Sorte unterschiedliche Angaben zu Schnitthöhe und -häufigkeit zu finden. Nach Angaben der Deutschen Rasengesellschaft e.V. sind „die unterschiedlichen Teilflächen … gerade durch die unterschiedlichen Schnitthöhen charakterisiert.“ Das bedeutet beispielsweise für die Fläche „Abschlag“: drei- bis viermaliges Mähen pro Woche, die Spielbahn (fairway) wird zwei- bis viermal pro Woche gemäht.

Übrigens passt sich auch der Maschinenpark beim Mähen den unterschiedlichen Regionen des Golfplatzes an. Spindelmäher, Großflächensichelmäher und Golfplatzmaschinen gibt es als Greenmäher, Fairwaymäher, Rough- und Semi-Roughmäher. Da wird eben nichts dem Zufall überlassen.

Wasserbedarf

Regelmäßiges Wässern gehört in den Sommermonaten zum A und O der Rasenpflege auf dem Golfplatz. Denn ohne Wasser wird jeder Rasen schnell braun und die Gräser sterben ab. Der Wasserbedarf hängt natürlich wesentlich von der Temperatur und den Bodenverhältnissen ab, daher ist es schwierig, konkrete Ratschläge für eine bestimmte Fläche zu geben. Einige Faustregeln gelten aber gerade für dichte Golfrasenflächen: kurz und häufig bewässern bringt wenig. Denn das Wasser erreicht so nicht die tiefe Wurzelbildung. Greenkeeper wässern ihre Fläche daher lang und gründlich. Der Boden wird am besten abends und über die gewünschten Grasflächen wurzeltief bewässern. So wachsen die Graswurzeln auch besser in die Tiefe und die Gräser können sich bei Trockenphasen auch besser selbst regenerieren. Greenkeeper verfügen natürlich über professionelle Messtechnik für den Durchfluss, mit der sie die Wasserzufuhr exakt dosieren können.