Kategorien
Finden
Streuobstwiesen anlegen

Streuobstwiesen anlegen

Wichtigste Voraussetzung für die Anlage einer Streuobstwiese: ein geeigneter Standort.

Streuobstwiese anlegen: So geht’s

Wichtigste Voraussetzung für die Anlage einer Streuobstwiese: ein geeigneter Standort. Obstbäume mögen es gerne sonnig und etwas windgeschützt. Humusreicher und durchlässiger Boden ist ebenfalls von Vorteil. Die beste Zeit zur Pflanzung der Bäume ist der Herbst. Je nach Größe der Flächen sollten sie sich aufzeichnen, was wohin gehört. Denn solch einen Pflanzplan brauchen sie später, wenn sie Fördergelder beantragen wollen. Die gibt es nämlich bei den einzelnen Bundesländern für die Anlage von Streuobstwiesen. Außerdem brauchen sie pro Baum einen Pflanzpfahl in der entsprechenden Höhe, Bindematerial und eventuell einen Schutz vor Wildverbiss. Ist die Wiese beispielsweise frei zugänglich für Rehe, Wildschweine & Co., ist es ratsam die einzelnen Bäume mit Maschendraht und Holzpfählen zu schützen.

Kräftig wässern beim Pflanzen.

Was gehört auf eine Streuobstwiese?

Apfelbäume sind die Basis für jede Streuobstwiese, denn sie wachsen praktisch überall und sind pflegeleicht. Hinzu sollten andere Rosengewächse wie Birnbäume, Quitten, Zwetschgen, Kirschen oder auch ein Speierling oder eine Elsbeere auf der Wiese zu finden sein. Insbesondere die letzteren sind als Wildarten für Insekten und Vögel besonders interessant.

Was muss man beim Pflanzen der Obstbäume beachten

Gemäß dem Pflanzplan am besten die einzelnen Plätze markieren und nochmals die Abstände kontrollieren. Apfel- oder Birnbäume können kräftige Kronen ausbilden und sollten circa 12 Meter auseinanderstehen. Wer Wildbienen anlocken möchte, sollte darauf achten, dass sich die Kronen der einzelnen Bäume nicht berühren, daher sollten hier sogar 20 Meter zwischen den einzelnen Pflanzen liegen. Ebenfalls beachten: liegt eine Fahrbahn nahe am Grundstück, muss auch hier eventuelle in Mindestabstand eingehalten werden.

Da die Pflanzgruben für Obstbäume doppelt so groß wie der Wurzelballen sein sollten, lohnt sich wahrscheinlich der Einsatz eines Erdbohrers. Obstbäumen sollten im neuen Pflanzloch nicht tiefer stehen als zuvor im Pflanztopf. Die Jungbäume sollten mir Pflanzpfählen befestigt werden. Nach dem Pflanzen das Wässern nicht vergessen.

Tipps zur Pflege einer Streuobstwiese

In einer Streuobstwiese wird sich im Laufe der Zeit ein natürliches Gleichgewicht einstellen. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Flächen arbeitsfrei sind. Obstbäume sollten jährlich fachmännisch geschnitten werden, was je nach Größe eben doch aufwändig ist. Neue Anpflanzungen junger Bäume brauchen zumindest bis zum sicheren Anwachsen regelmäßig Wasser – all das bedeutet Arbeit rund ums Jahr. Hinzu kommt natürlich die Obsternte, je nach Baumart zu unterschiedlichen Terminen im Sommer und Herbst. Gedüngt wird in der Regel nur einmalig bei der Baumpflanzung, eine gelegentliche Kompostgabe ist aber förderlich. Doch nicht nur die Obstbäume wollen gepflegt werden, auch die Wiese auf der sie wachsen bedarf ab und an der Pflege.

Streuobstwiesen sollten zwei bis dreimal pro Jahr gemäht werden, die Schnitttermine sollten natürlich außerhalb der Brutzeiten von Vögeln liegen. Optimale Zeiten sind die zweite Junihälfte sowie der August. Das Schnittgut kann klein gehäckselt auf der Wiese bleiben und als Dünger dienen. Nochmals sollte die Wiese Ende September gemäht werden, das verhindert ein Verfilzen der Grasnarbe und hält die Ausbreitung von Wiesenunkräutern in Schach.

Wer keine Lust auf das Mähen hohen Schnittgutes hat, kann natürlich auch Weidetiere zulassen – die örtlichen Tierhalter freut es bestimmt.

Förderung und Ertrag einer Streuobstwiese

Vor dem Pflanzen kommt das Buddeln

Das Anlegen beziehungsweise die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen wird in Deutschland gefördert – allerdings unterscheidet sich die Förderung von Bundesland zu Bundesland sehr. Welche Fördertöpfe jeweils angezapft werden können, sollten Interessenten am besten bei der jeweils zuständigen Naturschutzbehörde anfragen.

Zuständig ist jeweils die untere Naturschutzbehörde, das sind in der Regel die Verwaltungen der Landkreise und der kreisfreien Städte. Es gibt aber diverse Informationsseiten wie Steuobstportale im Internet, Informationen und Tipps gibt es auch bei den Naturschutzverbänden BUND oder Nabu, die seit vielen Jahren das Thema „Streuobstwiesen“ betreuen.