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Nisthilfen für Bienen selbst bauen

Nisthilfen für Bienen selbst bauen

Insektenhotels gibt es heute in unzähligen Varianten zu kaufen – von der luxuriösen mehrstöckigen Villa bis zum schnuckeligen Ein-Zimmer-Appartement.

Nisthilfen für Bienen selbst bauen

Macht auch im Wald was her
Macht auch im Wald was her

Insektenhotels gibt es heute in unzähligen Varianten zu kaufen – von der luxuriösen mehrstöckigen Villa bis zum schnuckeligen Ein-Zimmer-Appartement. Nicht immer, aber immer öfter sind die Anlagen an die Bedürfnisse ihrer Bewohner angepasst (denn die Tiere sollten sie annehmen und nicht nur nach optischen Gesichtspunkten uns Menschen gefallen). Es geht aber auch mit einfachen Mitteln und etwas handwerklichem Geschick, ein selbst gebautes Angebot an die kleinen Krabbeltiere zu machen. Das Beste: die Bauteile hat fast jeder bei sich zu Hause.

Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Naturschutzbundes BUND 30.000 Insektenarten. Und natürlich haben die alle sehr unterschiedliche Lebensweisen und Ansprüche an ihre Umgebungen. Von daher gibt es natürlich nicht den einen Prototyp von Insektenhotel, der allen unterschiedlichen Arten gerecht wird. Aber: jeder einzelne kann eine Menge dafür tun, dass die Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Libellen und viele andere sich zumindest ein Dach über den Kopf in unserer Nähe suchen. Das tun sie überraschend häufig freiwillig.

Bauen mit Kindern macht Freude
Bauen mit Kindern macht Freude

30.000 Insektenarten allein in Deutschland

Mehr als 550 verschiedene Arten von Wildbienen gibt es in Deutschland (siehe auch unser Artikel „Hilfe für Wildbienen und Co.“). Davon sind nach Angaben von Zoologen mehr als die Hälfte der Arten bedroht, unter anderem wegen fehlender Nist- und Brutmöglichkeiten und einem immer geringeren Nahrungsangebot (siehe auch unser Artikel „Wildblumenwiese anlegen“). Die meisten Wildbienen bilden übrigens im Vergleich zur bekannten Honigbiene keinen Staat, sondern ziehen ihre Brut als Solitärbiene auf. Sie bevorzugen als Brutplatz beispielsweise abgestorbene hohle Pflanzenstängel oder graben Nester in die Erde. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten, diese Tiere zu unterstützen.

Für eine einfache Bienenunterkunft braucht man:

  • Bambusstangen oder andere hohle Pflanzenstängel
  • Feine Eisensäge
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer
  • Baumwoll-Pads/evtl. Pfeifenreiniger
  • Bindfäden

Um unterschiedlichen Vorlieben zu genügen, rät der BUND dazu, zwei Varianten der selbst gemachten Insektenhotels anzubieten.

  1. Bambusstäbe bündig auf eine Länge kürzen (darauf achten, dass sie innen geglättet sind, ggfs. Pfeifenreiniger oder Bohrer dazu nutzen) und dann in die einseitig geöffnete Dose einfüllen oder
  2. Deckel und Boden der Dose entfernen und Bambusstäbe beidseitig überragend gleichmäßig abschneiden.

Welche Variante genutzt wird, hängt vor allem davon ab, wie die Dose aufgestellt werden kann – beispielsweise in ein Holzregal.

Statt Bambus können auch gut abgestorbene Staudenstengel genutzt werden, wichtig ist nur, dass sie innen hohl und glatt sind. Auch der Bambus muss innen eventuell je nach Stärke mit einem Pfeifenreiniger/dem Bohrer geglättet werden. Denn wenn die Gefahr besteht, dass die Bienen ihre Flügel verletzen, meiden sie die Nistangebote.

Konservendosen und Bambusstäbe
Baumaterial: Konservendosen und Bambusstäbe

Wichtig ist es zudem, die Rohre mit einem Baumwoll-Pad von der Rückseite zu verschließen, sonst nehmen die Bienen die Röhren nicht an.

In den glatten Röhrchen fühlen sich eine Reihe von Wildbienen wohl wie beispielsweise die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und die rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis). Bei besonders engen Durchmessern der Röhren zieht beispielsweise auch die Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum) ein.

Statt in Dosen kann man die Stängel auch in offene Porotonsteine füllen und diese in den Regalen stapeln (siehe unten)

gemeine Löcherbiene
Gemeine Löcherbiene

Andere Wildbienenarten kann man damit unterstützen, dass eine Baumscheibe aus möglichst gut abgetrocknetem Laubholz wie Esche oder Eiche (kein Nadelholz, das splittert) von mindesten 20 Zentimeter Tiefe mit Bohrlöchern versehen wird. In das Holz sollten Löcher im Durchmesser von sieben bis neun Millimetern im rechten Winkel zu Fläche gebohrt werden.

Immer wieder zu sehen, aber als Nisthilfen eben nur „aufgerüstet“ brauchbar, sind grobe Loch- und Hohlziegel. Lochziegel werden von Insekten aber nur dann angenommen, wenn die Löcher mit Bambus- oder Schilfhalmen angefüllt sind, in denen sich die Insekten ansiedeln können. Die Löcher sollten einen Abstand von zwei Zentimetern haben, dann können die Ziegel auch gestapelt werden.

Und wie werden die einzelnen Teile jetzt zu einer Unterkunft?

Mehrfamilienhaus für Insekten
Mehrfamilienhaus für Insekten

Mehrere Typen von Nisthilfen wie die oben genannten kann man zusammen auf einem Holzregal anbringen. Dessen Rückseite sollte mit einer Rückwand versehen sein, die als Windschutz und „Heizung“ zum Aufwärmen des Nistplatzes dient. Wichtig ist auch ein Dach sowie eventuell seitliche Windschutz-Bretter, je nach Lage im Garten oder Hof, damit die Brut geschützt wird vor zu viel Regen oder zu starker Sonneneinstrahlung. Das Dach darf aber nicht zu weit über die Konstruktion reichen, weil sonst zu viel Schatten geworfen wird. Grundsätzlich gut: das Regal nach Süden ausrichten.

Wer übrigens in die Tiefe des Themas eintauchen will, dem sei unverbindlich die Seite www.wildbienen.info des Biologen Dr. Paul Westrich empfohlen.