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Greening

Greening

Ziel der Regelungen ist es, Wiesen und Weiden dauerhaft zu erhalten und den Ackerbau vielfältiger zu gestalten.

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Greening – neue Wege in die grüne Zukunft?

Wer als europäischer Landwirt Direktzahlungen der Europäischen Union in Anspruch nehmen möchte, der muss die Umweltmaßnahmen erfüllen, die unter dem Namen „Greening“ zusammengefasst werden. 30 Prozent der Direktzahlungen werden für Greening-Maßnahmen ausgezahlt, wenn der Landwirt konkret festgelegte Umweltmaßnahmen realisiert und nachweist. Durch die Direktzahlungen sollen die gesellschaftlichen Leistungen der Landwirte entgeltet werden, die sie mit dem Erhalt und der Pflege unserer wertvollen Kulturlandschaften und natürlichen Lebensräume leisten.

Malve
Blühstreifen für Insekten mit Malven

Das Greening gibt es in Europa seit Beginn des Jahres 2015. Ziel der Regelungen ist es, Wiesen und Weiden dauerhaft zu erhalten und den Ackerbau vielfältiger zu gestalten. Kleinlandwirte, ökologisch wirtschaftende Betriebe beziehungsweise Betriebe mit Dauerkulturen wie beispielsweise Wein, Obst und Hopfen sind von den Greening-Maßnahmen ausgenommen.

Landwirte müssen sich beim Greening in drei Bereichen gleichermaßen engagieren, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Dazu gehören:

Bienenfreund oder Phacelia

1. Der Erhalt von (Dauer-) Grünland. Für Gebiete, die unter die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie fallen (eine Naturschutzrichtlinie der Europäischen Union) und als besonders umweltsensibel gelten, gilt ein Umbruchverbot. Auf Antrag können Ausnahmen gewährt werden. Um aber die Gesamtfläche des ökologisch wertvollen Dauergrünlandes zu gewährleisten, gilt die Pflicht zur Wiederanlage an anderer Stelle.

2. Die Artenvielfalt im Ackerbau ausbauen. Das gelingt insbesondere über die Umsetzung und Einhaltung der Fruchtfolgen auf den Ackerflächen. Dabei gelten die Greening-Vorgaben nicht für Betriebe unter einer Fläche von zehn Hektar. Betriebe zwischen zehn und dreißig Hektar müssen mindestens zwei Hauptkulturen anbauen, davon darf eine Kultur nicht mehr als 75 Prozent Anteil haben. Betriebe über 30 Hektar müssen mindestens drei Hauptkulturen anbauen. Der Flächenanteil der ersten beiden Kulturen darf zusammen nicht mehr als 95 Prozent betragen. Betriebe mit einem Anteil von mehr als 75 Prozent Grünland an der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind vom Greening befreit.

Buchweizenblüten und Buchweizenfrüchte

3. Ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Landwirtschaftliche Betriebe müssen grundsätzlich fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Diese Flächen müssen dem Umweltschutz zu Gute kommen, beispielsweise zum Erhalt von Hecken oder als Pufferstreifen zu Gewässern. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt eine landwirtschaftliche Nutzung allerdings zulässig. Beispielsweise beim Anbau von Eiweißpflanzen, die Stickstoff im Boden binden (siehe unser Artikel „Leguminosen und Knöllchenbakterien“) oder beim Anbau von Zwischenfrüchten (siehe unser Artikel „Zwischenfrüchte beim Maisanbau“).

Dabei gelten allerdings Einschränkungen: So werden Zwischenfrüchte nur anerkannt, wenn im Antragsjahr keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, keine mineralischen Stickstoffdüngemittel und kein Klärschlamm eingesetzt werden. Dagegen gilt für stickstoffbindende Pflanzen, dass zumindest eine Düngung zu Beginn der Vegetationsphase und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach guter fachlicher Praxis zulässig bleiben.
Landwirtschaftliche Betriebe, denen mehr als 15 Hektar Ackerland zur Verfügung steht, müssen fünf Prozent ihrer Flächen als so genannte ökologische Vorrangfläche zur Verfügung stellen. Dafür sieht die Europäische Union nahezu zwanzig verschiedene Möglichkeiten vor. So dürfen Flächen beispielsweise brach liegen, Landschaftselemente wie Hecken und Teiche müssen erhalten bleiben oder sogar geschaffen werden sowie Hülsenfrüchte wie Ackerbohnen und Erbsen angebaut werden, die Stickstoff binden helfen. Darüber hinaus dürfen Zwischenfrüchte wie Ölrettich oder Senf eingesät werden, um die Flächen über Winter vor Erosion zu schützen.